Was ist der IJFD?
Der "Internationale Jugendfreiwilligendienst" (IFJD) wird vom "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" (BMFSFJ) gefördert und finanziell bezuschusst. Angeboten wird der IFJD von ca. 130 anerkannten Entsendeorganisationen.
Er existiert seit 2011 und ist im Gegensatz zum FSJ/FÖJ ausschließlich für Aufenthalte im Ausland entwickelt worden. Der IFJD ermöglicht es jungen Männern und Frauen, sich weltweit in vielfältigen Projekten und Arbeitsbereichen zu engagieren.
- Teilnahmebedingungen für den IJFD
- Verpflichtende Begleitseminare und Dauer des Einsatzes
- In welchen Ländern und Einsatzbereichen ist ein IJFD möglich?
- Welche Kosten fallen beim IJFD an?
- Wie bewerbe ich mich für einen IJFD?
- Bewerbungsverfahren
Teilnahmebedingungen für den IJFD
Der IJFD weist als internationaler und interkultureller Bildungsdienst ähnliche Rahmenbedingungen wie das deutsche FSJ/FÖJ im Ausland auf.
So müssen Teilnehmende des IJFD ebenfalls die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und einen Schulabschluss (Haupt-, Realschulabschluss oder Abitur) vorweisen können. Das zulässige Alter zur Teilnahme liegt je nach Schulabschluss, Zielland und Einsatzstelle bei 15. bis 26 Jahren.
Neben deutschen Teilnehmenden sind auch junge Interessierte anderer Herkunftsländer dazu berechtigt, einen IJFD zu leisten. Dazu müssen sie seit mindestens 3 Jahren in Deutschland leben, ein Aufenthaltsrecht besitzen und den Freiwilligendienst nicht im Heimatland leisten.
Verpflichtende Begleitseminare und Dauer des Einsatzes beim internationalen Jugendfreiwilligendienst
Der Besuch von Begleitseminaren ist verpflichtend (bei einem einjährigen Einsatz insgesamt 25 Seminartage). Diese setzen sich zusammen aus einem Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminar in Deutschland, sowie einem Orientierungsseminar im Gastland.
Ein Mindestaufenthalt von 6 Monaten ist für alle Teilnehmenden Pflicht. Die meisten Einsatzstellen setzen jedoch einen mindestens einjährigen Einsatz voraus. Manchmal besteht die Möglichkeit, die Freiwilligenarbeit auf bis zu 18 Monate zu verlängern. D
ie Freiwilligen arbeiten meist ganztägig (40 h/Woche) und ohne Erwerbsabsicht. Dabei gibt es einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Urlaubstagen im Jahr.
In welchen Ländern und Einsatzbereichen ist ein IJFD möglich?
Die Entsendeorganisationen des IJFD bieten auf jedem Kontinent der Welt Einsatzstellen an, wobei die meisten Zielländer innerhalb Europas liegen.
Ein IJFD ist in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales sowie im Naturschutz, im Bildungswesen oder im entwicklungspolitischen Bereich (z.B. Friedensarbeit, Demokratieförderung) möglich. Die gemeinnützigen und zumeist praktischen Hilfstätigkeiten der Freiwilligen sind dementsprechend vielfältig und je nach Bereich unterschiedlich.
Welche Kosten fallen beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst an?
Der IJFD zählt zu den geförderten Freiwilligendiensten. Allerdings reichen die Fördergelder häufig nicht aus, um den Auslandsaufenthalt vollständig zu finanzieren. Daher können die Kosten je nach Entsendeorganisation variieren.
Die meisten Entsendeorganisationen übernehmen die Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung, die Arbeitskleidung und die Reise und stellen ein Taschengeld bis maximal 350 €/Monat zur Verfügung.
Man sollte sich dennoch darauf einstellen, gegebenenfalls einen Teil der Kosten selbst tragen zu müssen. Oft empfehlen die Entsendeorganisationen, vorab einen privaten Spenderkreis zu organisieren um die Gesamtkosten zusätzlich zu finanzieren.
Die Auslandsversicherungen werden von der Entsendeorganisation immer übernommen. Davon ausgenommen sind die Beiträge zur Sozialversicherung. Die Freiwilligen sind für die Aufrechterhaltung des Kranken- und Pflegeversicherungsschutzes im Inland selbst verantwortlich. Kindergeldberechtigte erhalten während des Einsatzes weiterhin Kindergeld, sofern sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.
Wie bewerbe ich mich für einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst?
Interessierte müssen sich direkt oder per Online-Formular bei einer anerkannten Entsendeorganisation bewerben. Eine Auflistung möglicher Anlaufstellen für den IJFD finden Interessierte auf der Internetseite des BMFSFJ (bmfsfj.de).
Um die Chance auf einen Platz als Freiwillige/r zu erhöhen, sollten Bewerber/innen ihre vollständigen Unterlagen mindestens 1 Jahr im Voraus einreichen. Die Bewerbung sollte ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf und Informationen über Sprachkenntnisse sowie bisheriges ehrenamtliches Engagement beinhalten.
Bewerbungsverfahren für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst
Wird die Bewerbung berücksichtigt wird man zu Bewerbungstagen eingeladen. Hier erhalten die Bewerber/innen ausführliche Informationen zu den Einsatzstellen und können Präferenzen bei der Wahl des Landes und des Einsatzbereiches angeben. Die Bewerbungsunterlagen werden an dementsprechende Einsatzstellen geschickt.
In der Regel folgt ein Bewerbungsgespräch mit der Einsatzstelle. Ist dieses erfolgreich, kann die Entsendung des/der Freiwilligen erfolgen. Bewerber/innen sollten sich auf eine mehrwöchige Wartezeit einstellen, bis sie einen Bescheid von der Einsatzstelle erhalten.
(Bildquelle: Pixabay / skeeze)
Zusammenfassung
15 - 26 Jahre
Auswahlkriterien:- Bisheriges ehrenamtliches Engagement
- Gute Englischkenntnisse
- Ggf. vorhandene Sprachkenntnisse in der jeweiligen Landessprache
6 - 12 Monate, max. 18 Monate (35 - 40h/Woche)
Ende der Bewerbungsfrist:12 Monate vor Einsatzbeginn
Einsatzbedingungen:- Schulabschluss (Haupt-, Real-, Hochschulabschluss)
- Teilnahme an 25 Seminartagen
Kostenbeitrag durch privaten Förderkreis
Zielländer:Weltweit
Finanzielle Förderungen:- Taschengeld
- Auslandsversicherungen
- Zuschuss zu den Reisekosten
- Unterkunft und Verpflegung
Kultur, Sport, Soziales, Naturschutz, Bildungswesen, Entwicklungspolitik



