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Work and Travel in den USA

Einmal die Freiheitsstatue mit eigenen Augen sehen, einen richtigen Burger in einem Diner essen oder einen Roadtrip an der Westküste unternehmen - viele träumen davon, die USA zu bereisen. Warum dabei auch nicht gleich Arbeitsluft schnuppern und die Englischkenntnisse verbessern? Alles, was du über Work and Travel in den USA wissen musst, erfährst du hier.

Welches Visum braucht man für Work and Travel in den USA?

Fakten

Das brauchst du für ein J1-Visum:

  • Alter: mind. 18 Jahre
  • Gültiger Reisepass und Passfotos
  • Nachweis über Rückkehr und finanzielle Rücklagen
  • Auslandskrankenversicherung
  • Ausreichend Englischkenntnisse
  • Fester Arbeitgeber in den USA oder Teilnahme an einem J1-Programm

Anders als in anderen beliebten Work and Travel Ländern, wie Australien oder Kanada, gibt es das Working Holiday Visum in den USA in der Form nicht. Das klassische freie Reisen und Arbeiten ist hier also nicht ganz möglich. Doch es gibt eine andere Möglichkeit, beides zu verbinden - mit dem sogenannten J1-Visum.

Es handelt sich dabei um ein Visum, speziell für Austauschprogramme. Es beinhaltet eine Berechtigung zu einem legalen Aufenthalt für einen bestimmten Zeitraum sowie eine offizielle Arbeitserlaubnis. Meist arbeitest du dann eine Zeit lang an einem festen Standort und kannst im Anschluss noch durch das Land reisen.

Um ein solches Visum zu bekommen, musst du also schon im Vorfeld einen Job gefunden haben. Außerdem ist eine Beantragung nicht selbstständig möglich, sondern in der Regel nur über eine Austauschorganisation. Das heißt, du wählst ein bestimmtes Programm aus, mit dem du in die USA reisen willst.

Der Erhalt des J1-Visums ist mit bestimmten Bedingungen verknüpft, abhängig vom gewählten Programm. Grundsätzlich sind diese Programme vor allem für junge Menschen, wie Abiturient:innen, Auszubildende und Studierende, gedacht, die am Kulturaustausch interessiert sind und sich beruflich oder persönlich weiterentwickeln wollen.

Welche Jobs kann man in den USA machen?

Auch wenn du bei der Jobwahl mit dem J1-Visum im Vergleich nicht ganz so frei bist, gibt es dennoch viele unterschiedliche Möglichkeiten. Zu den beliebtesten Tätigkeiten gehört die Arbeit in einem Summercamp. Hier betreust du Kinder und Jugendliche in einem Feriencamp und meist unterrichtest du dazu eine Sportart. Dementsprechend ist es hier von Vorteil, wenn du besondere sportliche Fähigkeiten besitzt. Nach der ca. zwei- bis fünfwöchigen Arbeit im Camp kannst du in der Regel noch einen Monat lang frei durch das Land reisen.

Eine beliebte Möglichkeit, etwas länger in den USA zu bleiben, ist Au Pair. Hier lebst du, meist ein Jahr lang, in einer amerikanischen Familie, betreust die Kinder und erledigst kleine Haushaltspflichten. Da du bei dieser Tätigkeit aber mehr oder weniger an den Ort gebunden bist, kannst du meist nur die umliegende Region erkunden, diese aber umso intensiver.

Wenn du bereits studierst oder praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln willst, bietet sich ein Praktikum oder eine Trainee-Stelle an. Mit letzterer kannst du sogar über ein Jahr lang in den USA arbeiten und die Berufswelt kennenlernen.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, mit einem Touristenvisum in die USA einzureisen und trotzdem wertvolle Arbeitserfahrungen zu sammeln. Zum Beispiel mit Freiwilligenarbeit, die vor allem in den zahlreichen Nationalparks angeboten wird. Außerdem ist Farm- und Rancharbeit auf diesem Weg möglich. Dabei hilfst du einer Familie auf dem Land bei den täglichen Hofarbeiten.

Es gibt also verschiedene Optionen und prinzipiell ist ein Einsatz überall in den Vereinigten Staaten möglich, je nach Art des Jobs. Allerdings vermittelt im Normalfall die Organisation an einen Standort, wodurch du dir selten selbst einen aussuchen kannst. Die meisten Work and Traveller landen in Kalifornien, Colorado, Florida, Massachusetts oder New York.

Wie lange geht ein Work and Travel Aufenthalt in den USA?

Die Dauer des Aufenthaltes ist abhängig von der geplanten Tätigkeit in den USA: Von kürzeren Aufenthalten von einigen Wochen oder Monaten bei Summercamps und Praktika bis zu längeren von über einem Jahr als Au Pair und Trainee.

Feste Starttermine gibt es nicht, abgesehen vom Summercamp-Programm, das durch die amerikanischen Sommerferien nur zwischen Mai und Oktober durchführbar ist. Meist gibt es vor und nach dem geplanten Programm eine sogenannte “Graceperiod” von 30 Tagen. Diese kann dann zum Reisen genutzt werden.

Wie organisiert man eine Reise mit dem J1-Visum?

Plane deine Work and Travel Reise in den USA

Im Unterschied zu Work and Travel Trips nach Australien oder Neuseeland, kannst du in die USA nicht zuerst einreisen und dich dann vor Ort um einen Job kümmern, sondern du musst im Voraus eine Zusage haben. Ebenso ist ein Work and Travel Aufenthalt in den USA ohne einen Reiseveranstalter nicht erlaubt.

Nachdem du dir Gedanken darüber gemacht hast, welche Art von Tätigkeit du in den Vereinigten Staaten ausüben möchtest, solltest du also nach einer passenden Austauschorganisation suchen und dich dort für ein Programm anmelden. Die Organisation unterstützt nicht nur bei der Planung - sie stellt auch die für das J1-Visum nötigen Formulare aus.

Im Beantragungsprozess wirst du bei der Datenbank SEVIS angemeldet, die der Verwaltung aller Visa-Interessenten dient. Dadurch gelangst du an das DS-2019-Formular: Hier stehen alle deine Daten und die Rahmenbedingungen des gewählten Programms. Wenn du an einem Praktikums- oder Trainee-Programm teilnimmst, brauchst du außerdem das DS-7002-Formular, das unter anderem eine genaue Beschreibung deiner Tätigkeit enthält.

Für den Fall, dass du eigenständig eine Stelle, zum Beispiel für ein Praktikum, gefunden hast, ist die beste Lösung, sich an eine deutsche Visumsvermittlung zu wenden. Diese arbeiten mit sogenannten Visumssponsoren zusammen und kümmern sich um die Bereitstellung aller benötigten Dokumente.

Zusätzlich musst du noch das DS-160-Formular online ausfüllen, den Antrag auf ein Nichteinwanderungsvisum. Wenn du alles Nötige zusammengestellt hast, kannst du das J1-Visum online beantragen und die Gebühren bezahlen. Danach kannst du einen Termin im US-Konsulat vereinbaren, denn eine persönliche Vorstellung ist Pflicht. Wenn der Antrag genehmigt wurde, wird das Visum schließlich per Post zugeschickt.

Dann kannst du dich endlich um alles weitere, wie Flugbuchung, Reiserouten usw. kümmern. Durch den recht hohen organisatorischen Aufwand empfiehlt es sich, ca. sechs Monate vor der gewünschten Abreise mit der Planung zu beginnen.

 

Wieviel Geld braucht man für Work and Travel in den USA?

Das Leben in den USA ist recht teuer, weshalb es sich lohnt, vor der großen Reise schon etwas zusammen zu sparen. Im Vorfeld brauchst du bereits etwa 200-300€ für die Visa- und SEVIS-Gebühren, ca. 500€ für Hin- und Rückflug und um die 100€ solltest du für alle nötigen Impfungen einplanen. Die Auslandskrankenversicherung kostet außerdem im Durchschnitt etwa 60€ pro Monat.

Dazu kommen die Kosten der Reiseorganisation, die je nach Programm und Leistungen etwa 400-900€ betragen. Oft sind hier allerdings die Visumgebühren bereits enthalten. Die Höhe der finanziellen Rücklagen, die vor der Einreise nachgewiesen werden müssen, sind nicht genau festgelegt. Etwa 1000€ pro Monat sind jedoch ein guter Richtwert.

Je nach Standort und Job, wirst du vor Ort auch in etwa so viel brauchen. Eine Übernachtung im Hostel kostet ca. 15-30€ pro Nacht. Das ist vor allem für die Reisephase ganz praktisch. Für die Praktikums- oder Trainee-Zeit bietet sich ein WG-Zimmer für etwa 400-600€ im Monat an. Als Au Pair und Camp Counselor erledigt sich die Frage nach der Unterkunft und Verpflegung, denn dafür ist schon gesorgt.

Allgemein ist für Essen und Lebensmittel mit ca. 10€ pro Tag zu rechnen. Natürlich sollte auch noch etwas Reisebudget für die Zeit vor und/oder nach dem Job eingeplant werden.

Beachte außerdem, dass nicht alle Jobs entlohnt werden. Abgesehen von der Freiwilligenarbeit, kann auch ein Praktikum unbezahlt sein. Manche Firmen stellen aber auch eine Unterkunft zur Verfügung. Ein Au Pair verdient etwa 180€ pro Woche, beim Camp Counselor können es für den kompletten Aufenthalt etwa 1400€ werden.

Bei Work and Travel in den USA geht es also weniger darum, schnell Geld zu verdienen, um weiterreisen zu können, sondern mehr um die gesamte Erfahrung und das Eintauchen in die Arbeitswelt.

Tipps für die Work and Travel USA-Reise

Arbeiten und Reisen in den USA mit Work and Travel

Während du arbeitest, kannst du immer wieder Tages- oder Wochenendausflüge machen und die Gegend erkunden. Für größere Reisen bleibt meist nur ein Monat nach dem Job. Da die USA und die Entfernungen recht groß sind, ist es ratsam, dir eine oder zwei Regionen auszusuchen, die du in dieser Zeit entdecken möchtest, damit nicht zu viel Zeit für die Reisen dazwischen verloren geht. Hier ein paar Tipps:

  • Kalifornien: Sonne, Strände, Surfen sowie interessante Städte mit Los Angeles, San Francisco und San Diego
  • New York: Urbaner Lifestyle mit Unmengen an Cafés, Bars, Theatern und natürlich dem Time Square, Central Park und und und…
  • Nationalparks: Natur pur, zum Beispiel im Grand Canyon, Yellowstone oder den Rocky Mountains
  • Wintersport in Salt Lake City oder Entspannen im Sonnenstaat Florida

Auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Auch wenn die Planung eines Work and Travel Aufenthaltes in den USA etwas kompliziert erscheint, so lohnt es sich am Ende auf jeden Fall. Du lernst nicht nur ein Land und die verschiedenen Lebensweisen dort kennen, sondern auch die Arbeitswelt und knüpfst zahlreiche internationale Kontakte. So eine Erfahrung macht sich nicht nur gut im Lebenslauf - auch für die persönliche Entwicklung ist sie sehr wertvoll!

 

 

(Bildquelle: Unsplash)