Begriffssalat Schüleraustausch
Schüleraustausch, Schulaufenthalt im Ausland, High School - Auf der Suche danach, was ein Schüleraustausch nun genau sein kann, bist du sicherlich auf unterschiedliche Begrifflichkeiten gestoßen. Tatsächlich findet der klassische Schüleraustausch, also der gegenseitige Besuch von Schüler/innen unterschiedlicher Nationen, heute nicht mehr oft statt – dennoch hast du hier verschiedene Möglichkeiten. Ein klassischer Schüleraustausch hängt immer mit Austauschprogrammen von Partnerschulen, Partnerstädten und unabhängigen, nichtkommerziellen Organisationen und Förderern zusammen. Entweder Gruppen, beziehungsweise ganze Schulklassen oder individuelle Personen aus verschiedenen Ländern nehmen für eine kurze Zeit an solchen Austauschmaßnahmen teil. Meistens dauert ein solcher Schüleraustausch bis zu vier Wochen. Gut zu wissen: Ein klassischer Schüleraustausch wird in der Regel nicht bei kommerziellen Anbietern gebucht.
- Was ist ein Schüleraustausch?
- Informationsbeschaffung und Organisierung
- Kosten und Finanzierung eines Schüleraustausches
- Für wen ist ein Schüleraustausch geeignet?
- Abgrenzung zu anderen Auslandsaufenthalten für Schüler
Was ist ein Schüleraustausch?
Exchange isn't a year in your life, it's a life in a year.
Die klassische und ursprüngliche Variante für Schüler/innen, eine begrenzte Zeit ins Ausland zu gehen und Auslandserfahrungen sowie Fremdsprachenkenntnisse zu sammeln ist der Schüleraustausch. Ein klassischer Schüleraustausch sieht den gegenseitigen, zeitversetzten Besuch von Schüler/innen aus unterschiedlichen Ländern vor, mit dem Hauptziel, interkulturellen Austausch und Fremdsprachenkenntnisse zu fördern. Dabei wird die jeweils andere Partnerschule des Austauschschülers oder der Austauschschülerin beziehungsweise die Schule der Partnerstadt für eine längere Zeit besucht. In der Regel werden den Schüler/innen konkrete Schüler/innen zugewiesen, mit denen der Austausch durchgeführt wird. Während des Aufenthalts lebt man zumeist in der Gastfamilie der jeweiligen Tauschpartner/innen. In Ausnahmefällen leben Schüler/innen in einer anderen Familie der Partnerschule beziehungsweise Partnerstadt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, auf ein Internat zu gehen und dort zu wohnen.Neben dem Schüleraustausch zwischen Einzelpersonen kann dieser auch in Gruppen organisiert werden. Häufig nehmen ganze Schulklassen, deren Schulen gegenseitige internationale Partnerschaften pflegen an einem Austausch teil. In diesem Fall besuchen sich die Klassen zeitversetzt in Begleitung des Lehrers für einen kürzeren Zeitraum und organisieren gemeinsame Unterrichtseinheiten und Freizeitaktivitäten.
Informationsbeschaffung und Organisierung für einen Schüleraustausch
Fakten
- Klassischer Schüleraustausch bis zu 4 Wochen
- Gegenseitiger zeitversetzter Besuch von zwei Schulklassen
- Interkulturellen Austausch und Fremdsprachenkenntnisse fördern
- Zuteilung von Tauschpartner/in
- Unterbringung bei der jeweiligen Gastfamilie des/der Tauschpartners/in
- Förderprogramme und Partnerschaften
Um einen Schüleraustausch zu planen, ist es ratsam, sich zuerst an die eigene Schule, beispielsweise an den/die Lehrer/in, an die Gemeinde oder an die Stadtverwaltung zu wenden. Diese können Schüler/innen darüber informieren, ob es entsprechende Partnerschaften gibt. Die Schüler/innen werden dann an die jeweiligen Ansprechpartner weitervermittelt, die bei der Organisation des Schüleraustausches helfen. Es gibt auch unabhängige, nichtkommerzielle Organisationen, die den gegenseitigen, interkulturellen Schüleraustausch fördern. Meist beschränken sich diese Organisationen auf bestimmte Ziel- bzw. Partnerländer. Sie bieten sowohl finanzielle Förderungen an, als auch Hilfe bei der Suche nach einem Austauschpartner. Beispielsweise fördert und unterstützt das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) den Schüleraustausch zwischen deutschen und französischen Schülern auf der Basis des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages, dem Elysée-Vertrag von 1963.
Das DFJW bietet zwei unterschiedliche Austauschprogramme an, die auf Gegenseitigkeit beruhen: das Brigitte-Sauzay-Programm fördert einen gegenseitigen, mindestens dreimonatigen Schüleraustausch zwischen deutschen und französischen Schülern der 8. bis 11. Klasse. Das Voltaire-Programm wiederum richtet sich an Schüler der 8. bis 10. Klasse, die einen mindestens sechsmonatigen Schüleraustausch planen. Förderungen für einen Schüleraustausch werden aber auch sowohl von anderen Organisationen als auch für andere Zielländer angeboten. Weiterhin gibt es bestimmte Messen, auf denen sich Schüler/innen gezielt zum Thema Schüleraustausch informieren können. Eine der bekanntesten deutschen Messen zum Thema "Bildung im Ausland" ist zum Beispiel die Jugendbildungsmesse JUBi.
Kosten und Finanzierung eines Schüleraustausches
Ein Schüleraustausch bringt, abhängig von Dauer und Gastland zum Beispiel folgende Kosten mit sich:
- An- und Abreise
- Versicherungen (Haftpflicht,- Reisegepäck,- Auslandskrankenversicherung)
- Visum und Schulgebühren
- Taschengeld
- Eine Aufwandsentschädigung für Gastfamilie und Vermittlung
Es gibt jedoch Austauschorganisationen, die Stipendien für einen Schüleraustausch vergeben. Das DFJW fördert zum Beispiel den deutsch-französischen Schüleraustausch mit einem Fahrtkostenzuschuss, sofern der Austausch auch auf Gegenseitigkeit beruht. Schüler/innen können sich außerdem beim Amt für Ausbildungsförderung im Ausland (AuslandsBAföG) nach Fördermöglichkeiten erkundigen (vgl. auslandszeit.de). Die Vergabe von Stipendien erfolgt oft auch abhängig vom Einkommen, vom schulischen Erfolg oder von persönlichen Fähigkeiten wie zum Beispiel Kreativität. Für Stipendien gelten bestimmte Bewerbungsbedingungen und -fristen.
Für wen ist ein Schüleraustausch geeignet?
An einem Schüleraustausch kann generell jede/r Schüler/in der Primar- und Sekundarstufe teilnehmen. Ein Mindestalter von 15 Jahren wird allerdings vorausgesetzt (vgl. auslandszeit.de). Ein gewisses Eigenengagement ist gefragt, denn im Gegensatz zum fertig buchbaren Paket muss man sich selbst bei seiner Schule, Gemeinde oder einer Organisation nach Partnerschaften erkundigen und den Schüleraustausch selbst planen.Da bei einem Schüleraustausch die interkulturelle Verständigung im Zentrum steht, sollte gegenüber dem Gastland, der Gastfamilie und den Schülern Offenheit und Kontaktfreude vorhanden sein.
Auch die Bereitschaft, eine Zeit lang in einer fremden Familie zu leben oder ein Internat zu besuchen, sich wichtige Voraussetzungen. Findet der Austausch zeitversetzt statt, ist die gegenseitige Integration in das Alltags- und Schulleben von besonderer Bedeutung. Sprachkenntnisse in der jeweiligen Landessprache sind von Vorteil und oftmals Voraussetzung für Förderprogramme. Spricht man die Sprache nicht, können gegebenenfalls Sprachkurse belegt werden.Prinzipiell ist ein Schüleraustausch für alle Schüler/innen geeignet, die Interesse an fremden Kulturen, an neuen, internationalen Freundschaften und an der Anwendung beziehungsweise Verbesserung von Sprachkenntnissen haben.
Abgrenzung zu anderen Auslandsaufenthalten für Schüler
Ein Schüleraustausch beruht, wie der Name schon sagt, auf Gegenseitigkeit. Andernfalls muss von einem einseitigen Schulaufenthalt im Ausland die Rede sein. Der Schüleraustausch lebt davon, unterschiedliche Kulturen über Ländergrenzen hinweg einander näher zu bringen. Es sollen freundschaftliche Verbindungen zwischen jungen Menschen geschaffen werden. Im Idealfall soll dies dazu führen, dass die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler unterstützt wird (Beispielsweise die Entwicklung der eigenen Selbstständigkeit und Integrationsfähigkeit). Andererseits hat ein Schüleraustausch zum Ziel, durch den internationalen Austausch unter jungen Menschen nachhaltig und zukunftsweisend das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen zu fördern.
Bei einem einseitigen Schulaufenthalt im Ausland steht dagegen der/die individuelle Schüler/in, sowie der Schulaufenthalt als persönliche Auslandserfahrung stärker im Vordergrund, als der Gedanke der interkulturellen Verständigung. Gegenüber einer Sprachreise bietet der Schüleraustausch den Vorteil, dass der Auslandsaufenthalt nicht nur in den Schulferien stattfinden kann. Durch den intensiven Kontakt mit den einheimischen Schülern und dem Schulsystem ist ein umfassender Einblick in den Alltag und die Kultur des Landes möglich.
(Bildquellen: fotolia / Rawpixel.com, Christian Schwier)
Zusammenfassung
ab 15 Jahre (8. - 11. Klasse)
Einsatzdauer:bis zu 1 Jahr
Finanzielle Eigenkosten:An- und Abreise
Versicherungen (Haftpflicht-, Reisegepäck-, Auslandskrankenversicherung)
Taschengeld
ggf. Visum und Schulgebühren
ggf. Aufwandsentschädigung für Gastfamilie und Verpflegung
Stipendien möglich; z.B. DFJW, AuslandsBafög
Freie Plätze:Abhängig von Austauschorganisationen und Partnerschulen



