Wie funktioniert ein geförderter Freiwilligendienst im Ausland?
Folge "Wege ins Ausland" bei Facebook Folge "Wege ins Ausland" auf Instagram

Finanzielle Unterstützung für einen geförderten Freiwilligendienst?

Ja, das ist möglich! Denn in der Tat gibt es geförderte Freiwilligendienste. Die entsprechenden Förderprogramme erhalten ihre Fördergelder vom Staat oder beispielsweise von der EU. Wenn es dir gelingt, eine solche Förderung zu ergattern, bist du klar im Vorteil: Die Selbstkosten halten sich in Grenzen und je nach Programm ist sogar ein Zuverdienst in Form eines kleinen "Taschengeldes" möglich.

An der Durchführung eines Freiwilligendienstes sind meist mehrere Organisationen beteiligt: Das Förderprogramm, die entsprechende Entsendeorganisation und die Einsatzstelle vor Ort.

Organisation und Aufgabenverteilung eines geförderten Freiwilligendienstes

Dem Förderprogramm kommt die Aufgabe zu, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen festzulegen. Es legt bspw. die Anforderungen fest, die eine Organisation erfüllen muss, wenn sie als staatlich anerkannte Entsendeorganisation akzeptiert werden will.

Die Entsendeorganisation ist dafür zuständig, die freiwillig Teilnehmenden auf ihren Dienst im Ausland vorzubereiten, sie ins Ausland zu schicken und vor Ort zu betreuen. Sie legt sozusagen die organisatorischen Richtlinien fest. Die Entsendeorganisation arbeitet eng mit der Einsatzstelle vor Ort zusammen.

Die Einsatzstelle nimmt die Teilnehmenden auf und stellt ihnen einen Arbeitsplatz, Unterkunft und Verpflegung sowie eine:n Ansprechpartner:in vor Ort. Beide Organisationen müssen gewährleisten, dass die Teilnehmenden eine individuelle Betreuung erhalten. Das erfolgt meistens durch Angestellte der Einsatzstelle und pädagogische Kräfte der Entsendeorganisation. Die Gesamtverantwortung für den Freiwilligendienst liegt somit bei der Entsendeorganisation, nicht bei der Einsatzstelle.

Bewerbung für einen geförderten Freiwilligendienst

Fakten

  • Bewerbung bei Entsendeorganisation
  • "Taschengeld" durch Förderprogramm möglich
  • Z.B. soziales, ökologisches, kulturelles Engagement
  • Unterschiedliche Einsatzdauer möglich
  • Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer

 

Um sich bei einem dieser staatlich geförderten Freiwilligendienste für einen Auslandsaufenthalt zu bewerben, müssen sich die Teilnehmenden meistens direkt an eine der Entsendeorganisationen wenden und nicht an das Förderprogramm. Dazu findet sich auf der Seite der jeweiligen Förderprogramme, beispielsweise auf weltwärts.de, eine Liste aller Entsendevereine, bei denen sich die an einer Teilnahme Interessierten bewerben können.

Zuallererst müssen sich die Interessenten aber für einen der vielen Freiwilligendienste entscheiden. Die Freiwilligendienste unterscheiden sich stark in ihren Konditionen, ihrer grundlegenden Ausrichtung, im Angebot ihrer Projekte und Länder, ihren Bewerbungsfristen und der jeweiligen Einsatzdauer.
Eine Alternative zum geförderten Freiwilligendienst ist das Auslandsstipendium einer Organisation für Freiwilligenarbeit im Ausland. Auf diesem Weg können ebenfalls Kosten vermieden werden. Auf ein Stipendium ist eine Bewerbung notwendig. Weitere Informationen zum Thema Auslandsstipendium stehen hier ebenfalls zur Verfügung. 

Alternativen zum geförderten Freiwilligendienst

Tipps

Organsiation für flexible Freiwilligenarbeit

 

Der geförderte Freiwilligendienst kommt nicht für jeden Interessenten in Frage, da Vorgaben und fixe Kriterien eine Teilnahme genau definieren.

Die 5 häufigsten Gründe, warum ein geförderter Freiwilligendienst möglicherweise nicht in Frage kommt:

  1. der Bewerbungsfrist von einem Jahr im Voraus kann nicht nachgekommen werden
  2. die Teilnahmedauer von 6 - 12 Monaten überschreitet das mögliche Zeitfenster des Reisenden
  3. das zulässige Alter zwischen 18 und 30 Jahren lässt eine Teilnahme nicht zu
  4. der Spendenkreis zur Finanzierung des Freiwilligendienstes kann nicht organisiert werden
  5. die möglichen Zielländer und Tätigkeitsbereiche entsprechen nicht den eigenen Interessen

 

Für wen ein geförderter Freiwilligendienst nicht in Frage kommt, bleiben jedoch zwei lohnenswerte Alternativen. Der gewünschte Freiwilligendienst im Ausland kann entweder selbst oder über eine Volunteer Organisation für flexible Freiwilligenarbeit geplant werden.

Welche der aufgezeigten Varianten die passende ist, bleibt eine der wichtigsten Fragen, welche im Vorfeld zu klären ist.

 

 

(Bildquelle: IStock / Lorenz Estro)

 

Zusammenfassung



Altersgrenze:

ca. 18 - 30 Jahre 

Finanzielle Eigenkosten:

Halten sich in Grenzen durch Teilförderung

Finanzielle Förderungen:

Abhängig von Entsendeorganisation, Förderungen möglich durch Staat und EU

Bewerbungsaufwand:

Abhängig von Entsendeorganisation 

Arbeitsbereich:

Sozial, ökologisch, kulturell (u.a.); ehrenamtliches und gemeinnütziges Ziel