Wieso ein Auslandssemester?
Wenn du ein oder zwei Semester an einer ausländischen Hochschule studierst, dann lernst du den Hochschulalltag und dein Studienfach aus der Perspektive einer anderen Kultur kennen. Du kannst bereits erlangte Sprachkenntnisse vertiefen und in deiner Freizeit das Land näher kennenlernen. Zudem erwirbst du interkulturelle Kompetenzen und wertvolle Soft Skills, die für deinen beruflichen Werdegang von Vorteil sind.
- Organisation eines Auslandssemesters
- Austauschprogramme und Hochschulkooperationen
- Vermittlungsagenturen
- Anerkennung der Leistungen
- Förderung und Finanzierung eines Auslandssemesters
Organisation eines Auslandssemesters
Tipps
Informationsveranstaltungen:
Hochschulen und Universitäten bieten meistens mehrmals im Jahr Informationsveranstaltungen zum Thema Auslandssemester an. Hier können sich Interessierte einen Überblick über die Programme, die möglichen Zielländer und weitere Optionen verschaffen.
Mit der Planung für ein Auslandssemester sollten Studierende 1 Jahr – 1 1/2 Jahre im Voraus beginnen.
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Es gibt verschiedene Herangehensweisen und Startpunkte für die Organisation deines Auslandssemesters. Interessierte können sich beim Akademischen Auslandsamt/International Office der jeweiligen Hochschule informieren. Diese geben Auskunft über Partneruniversitäten und Austauschprogramme. Außerdem bieten private Agenturen oder Plattformen im Internet verschiedene attraktive Angebote zur Organisation eines Auslandssemesters.
Austauschprogramme und Hochschulkooperationen für dein Auslandssemester
Hochschulkooperationen erfolgen meist bilateral zwischen zwei miteinander kooperierenden Instituten. Die Möglichkeiten unterscheiden sich somit von Hochschule zu Hochschule. Institutsunabhängige Austauschprogramme hingegen (bspw. Erasmus, Fulbright) ermöglichen den Austausch über bereits bestehende Ländergrenzen überschreitende Netzwerke.
Förderprogramm Erasmus +
Eines der bekanntesten Austauschprogramme ist Erasmus +. Dieses Förderprogramm der Europäischen Union ermöglicht Akademiker/innen den (Hochschul-)Austausch über Ländergrenzen hinweg und fördert die Mobilität von Studierenden. Sowohl Bachelor- als auch Masterstudierende können an einer europäischen Hochschule, welche Partneruniversität des Heimatinstitutes ist, bis zu maximal einem Jahr studieren.
Voraussetzung für die Bewerbung
Die Immatrikulation an einer deutschen oder auch österreichischen Hochschule, ein europäischer Pass sowie ein unbefristeter Aufenthaltsstatus in Deutschland/Österreich sind Voraussetzung. Studierende aus der Schweiz können sich nicht für Erasmus+ bewerben. Meist wird erwartet, dass die Studierenden bereits zwei Semester des Grundstudiums abgeschlossen haben und Sprachkenntnisse des Ziellandes vorweisen. Die Plätze für einen Erasmusaufenthalt sind begrenzt und sehr begehrt. Je nach Studiengang stehen nur einige Partneruniversitäten zur Auswahl. Die Bewerbung findet einmal jährlich, meist Anfang Dezember für einen Studienaufenthalt im darauffolgenden Jahr statt. Die hochschuleigene Homepage gibt die Fristen und Termine frühzeitig bekannt.
Besonderheiten des Erasmus-Programmes
Im Gastland hat man einen oder eine Ansprechpartner/in, der/die bei den bürokratischen Abwicklungen zur Seite steht. Das Erasmus–Programm ist darüberhinaus mit einem Teilstipendium verbunden. Je nach Lebensstandard im Zielland beträgt die finanzielle Förderung zwischen 50-200 € im Monat.
DAAD – außereuropäische Austauschprogramme
Das Austauschprogramm DAAD ermöglicht Studierenden durch die Vergabe von Stipendien im außereuropäischen Ausland zu studieren. Jedoch sind die Anforderungen an Bewerber/innen relativ hoch. Um sich für ein Stipendium zu bewerben, sind mehrere Unterlagen einzureichen – darunter ein Motivationsschreiben, Gutachten einer/eines Hochschullehrer/in, beglaubigte Leistungsnachweise, Arbeitsreferenzen und weitere Dokumente.
Fulbright Programm
Stipendiaten des Fulbright Programms haben die Möglichkeit beispielsweise einen 4-9 monatigen Studienaufenthalt in den USA zu absolvieren. Fulbright ist ein Austauschprogramm zwischen den USA und über 180 Staaten. Durch dieses Programm sollen nicht nur leistungsstarke Studierende gefördert werden, sondern auch der Kulturaustausch angeregt werden. Zwischen April bis Juli finden die Ausschreibungen der Stipendien für das kommende Studienjahr statt.
Vermittlungsagenturen für ein Auslandssemester
Im Internet finden sich Plattformen und Agenturen (IEC, College-Contact, Studycheck), die Hilfestellung bei der Planung eines Auslandssemesters geben. Sie verfügen meist über Datenbanken und vermitteln Studienplätze an bis zu 100 Partnerhochschulen weltweit. Für die Kosten des Serviceangebotes kommt in vielen Fällen die Partnerhochschule auf.
Anerkennung der Leistungen nach deinem Auslandssemester
Nach der Rückkehr ist es natürlich wünschenswert, dass die erbrachten Leistungen an der Heimatuniversität anerkannt werden. Dafür gibt es die z.B. sogenannte "Learning Agreements". Diese halten fest, welche Leistungen die Studierenden während ihres Auslandssemesters oder dem Auslandsjahr erbringen müssen. Das ECTS ("European Transfer System") gewährleistet die einheitliche Übertragung der Leistungen durch "Credit Points". In Europa stellt die Anerkennung zumeist kein Problem dar. Bei Studienaufenthalten außerhalb Europas oder an Hochschulen, die keine Partneruniverstäten sind, sollten sich Interessierte vorab über die Bedingungen für die Anerkennung erkundigen. Im Voraus kann ebenfalls ein Learning Agreement erarbeitet werden. Nach Beendigung des Auslandsstudiums sollten sich die Studierenden an der ausländischen Schule ein "Transcript of Records" ausstellen lassen.
Förderung und Finanzierung eines Auslandssemesters
Tipps
Unterstützung bei der Durchführung eines Auslandssemesters:
- Auslandsamt / International Office der Hochschule
- DAAD, PROMOS, Erasmus +, Fulbright
- Private Anbieter (College Contact, IEC, Rinke Heinemann, ...)
Für selbstorganisierte Auslandssemester können sich Studierende um ein Stipendium bewerben. Im Internet finden sich eine Vielzahl an Stipendiendatenbanken (Stipendienloste, DAAD). So können die monatlich anfallenden Kosten teilweise gedeckt werden. Die Stipendien richten sich teilweise an Studierende eines bestimmten Fachbereiches (z.B. geisteswissenschaftlich) und sind an besondere Eignungen geknüpft. PROMOS (Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden), das vom DAAD geförderte Programm bietet den Zugang zu einem Netzwerk an Universitäten sowie Kurzzeitstipendien für bis zu 6 Monate weltweit an. Informationen hierzu gibt es im Auslandsamt der jeweiligen Hochschule. Zu beachten ist, dass die Gastuniversität keine Erasmus-Kooperation mit dem Fachbereich haben darf. Daneben bietet sich der Weg über die bereits vorgestellten Programme Erasmus+, DAAD und Fulbright an.
Bildungskredit
Studierende können unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Auszubildenden oder ihrer Eltern beantragt werden. Es erfolgt keine Bonitätsprüfung und Studierende können unkompliziert eine monatliche Ratenzahlung empfangen. Die Rückzahlung in Raten wird 5 Jahre nach der ersten Auszahlung fällig.
Auslands-BAföG
Auch für Personen die keinen Anspruch auf Inlands-BAföG haben, stehen die Chancen gut, dass sie Auslands-BAföG erhalten, da die Förderbeiträge für das Ausland deutlich höher angesetzt sind. Der Beitrag variiert je nach Zielland und orientiert sich am Gehalt der Eltern sowie dem des Antragstellers/ der Antragstellerin. Der Antrag sollte mindestens 6 Monate vor Antritt des Auslandsstudiums beim zuständigen Bafög-Amt eingereicht werden.
(Bildquelle: Pixabay / Ron Porter)
Zusammenfassung
18 - 27 Jahre
Einsatzdauer:1 Semester - 1 Jahr
Finanzielle Eigenkosten:- Lebenshaltungskosten
- Studiengebühren
- Weitere Kosten
Erasmus +, Stipendien, Auslandsbafög
Teilweise begrenzt
Bewerbungsaufwand:Mittel - hoch
Arbeitsbereich:Verschiedene Fachbereiche



