Was ist ein FSJ im Ausland?
Du bist motiviert, dich ganze 12 Monate für eine bessere Welt zu engagieren? Dann hast du die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ im Ausland zu absolvieren. Wie der Name schon sagt, dauert das FSJ meistens 1 ganzes Jahr. Es ist aber auch möglich, bereits ab 6 Monaten Dauer oder – in Ausnahmefällen – bis zu 24 Monate lang an einem FSJ teilzunehmen.
Ins Leben gerufen wurde das FSJ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die genaue Ausarbeitung dieses Konzeptes, dessen Förderung und Organisation obliegt den einzelnen Bundesländern. Eine gute Nachricht für zukünftig Studierende: Ein FSJ wird in Wartesemestern angerechnet. An einigen Hochschulen werden sogar Studien-Bewerber/innen, die ein FSJ absolviert haben, bevorzugt.
- Welche Voraussetzungen müssen beim FSJ im Ausland berücksichtigt werden?
- Welche Aufgaben erwarten den FSJ-Teilnehmenden beim Auslandeinsatz?
- Welche Kosten fallen beim FSJ im Ausland an?
- Wie bewirbt man sich für ein FSJ im Ausland?
- Abgrenzung zu anderen geförderten Freiwilligendiensten
Welche Voraussetzungen müssen beim FSJ im Ausland berücksichtigt werden?
Das FSJ ist nicht nur als Freiwilligendienst, sondern auch als Bildungsjahr gedacht.
Das FSJ Programm soll nicht nur soziales Engagement fördern, sondern auch einen Einblick in das entsprechende Berufsfeld und das Arbeitsleben ermöglichen. Aufgrund dessen ist das Alter der Teilnehmenden auf 16-26 Jahre begrenzt. Dabei gilt, dass die Teilnehmenden das 26. Lebensjahr während ihrer Freiwilligenarbeit nicht überschreiten dürfen. Ein FSJ im Ausland kann man in der Regel erst mit 18 Jahren absolvieren.
Die Teilnehmenden müssen zudem eine gültige Aufenthaltserlaubnis für Deutschland haben. Außerdem müssen ausreichende Sprachkenntnisse in der Landessprache des Ziellandes nachgewiesen werden und man muss bereits Erfahrung im ehrenamtlichen Bereich gesammelt haben. Auch die Erwähnung vorheriger Auslandsaufenthalte kann für die Bewerbung beziehungsweise Vergabe von FSJ-Plätzen von Vorteil sein.
Welche Aufgaben erwarten den FSJ-Teilnehmenden beim Auslandeinsatz?
Da Teilnehmende ihr FSJ im Ausland in sozialen bzw. karitativen Einrichtungen absolvieren, kann ihr Einsatz bspw. in einer Kinderkrippe, einem Altenheim oder einem Pflegeheim für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung stattfinden. Zusätzlich ist das FSJ im Ausland auch in den Bereichen Sport, Kultur und Denkmalpflege möglich, jedoch ist dies nicht die Regel. Die wöchentliche Arbeitszeit der Teilnehmenden beträgt 34 Stunden. Ein FSJ im Ausland kann in jedem Land absolviert werden, in dem es Einsatzstellen staatlich anerkannter Entsendorganisationen/ Anbieter gibt.
Das FSJ ist nicht nur als Freiwilligendienst, sondern auch als Bildungsjahr gedacht. Deshalb absolvieren Teilnehmende bei einer Dauer von 12 Monaten 25 Seminartage. Diese lassen sich in Vorbereitungs-, Zwischen- und Nachbereitungsseminare unterteilen. Die Seminare dienen zunächst dazu, eine erste Einführung in das Land und den Arbeitsplatz zu gewährleisten. Im weiteren Verlauf bieten sie Raum für den Austausch mit anderen Teilnehmenden und die Reflektion des Erlebten.
In den von Pädagogen geleiteten Seminaren erhalten die Teilnehmenden auch Hilfestellung, um die eigenen Handlungskompetenzen zu erweitern. Die Seminare verfolgen das Ziel, das Verantwortungsbewusstsein für das Allgemeinwohl zu schärfen. Zusätzlich bilden sie im politischen, sozialen und Arbeitswelt orientierten Bereich. Die Teilnehmenden sollen an den Seminaren aber nicht nur passiv teilnehmen, sondern sie aktiv mitgestalten, indem sie sich persönlich einbringen. Am Ende des FSJ Einsatzes schreiben die Teilnehmenden eine Seminararbeit.
Welche Kosten fallen beim FSJ im Ausland an?
Fakten
- Meist 6 Monate bis 1 Jahr
- Anrechenbar als Wartesemester
- Soziales Engagement & Bildungsjahr
- Einblick in Berufsfeld
- 16 – 26 Jahre
- Weitere Bereiche: Sport, Kultur, Denkmalpflege
Beim FSJ im Ausland handelt es sich, wie beim FSJ in Deutschland, um ein staatlich gefördertes Projekt. Das FSJ im Ausland wird ebenso wie das FSJ im Inland vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Allerdings sind die Fördermittel für den Dienst im Ausland um einiges niedriger angesetzt oder werden vom Bund teilweise gar nicht übernommen. Das bedeutet, dass die finanziellen Leistungen von den einzelnen Entsendeorganisationen entrichtet werden müssen. Die Entsendeorganisationen zahlen den Teilnehmenden ein monatliches Taschengeld. Dieses variiert zwar in Abhängigkeit von der jeweiligen Entsendeorganisation, liegt aber im Durchschnitt bei 150 Euro.
Ebenso hängt es von der Entsendeorganisation ( z.B. Caritas) ab, ob Kost und Logis sowie Reise- und Fahrtkosten übernommen werden. Je nachdem wie viel Geld die jeweilige Entsendeorganisation zahlen kann, werden die Teilnehmenden oft dazu angehalten einen privaten Spenderkreis zu gründen. Innerhalb des Trägerkreises sollen bis zu 4.000 Euro pro Jahr erworben werden. Für Teilnehmende bedeutet das, dass sie Verwandte und Bekannte, beziehungsweise Stiftungen und Unternehmen kontaktieren und zu Spenden anregen müssen. Andernfalls müssen sie selber die Kosten decken.
In jedem Fall erhalten die Teilnehmenden des FSJ eine gesetzliche Sozial- und Auslandskrankenversicherung sowie eine Haftpflichtversicherung. Grundsätzlich haben Teilnehmende, beziehungsweise ihre Eltern, bis zu ihrem 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld und andere kinderbezogene Leistungen.
Wie bewirbt man sich für ein FSJ im Ausland?
Die Suche nach einer passenden Entsendeorganisation kann zeitintensiv sein. Interessent/innen finden einen umfangreichen Überblick von geförderten Trägerorganisationen auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums. Nachdem die Interessent/innen sich für eine Entsendeorganisation entschieden haben, bewerben sie sich direkt bei diesem. Besonders zu beachten ist hier die Bewerbungsfrist. Diese liegt meist schon ein Jahr vor Beginn des eigentlichen Freiwilligeneinsatzes. Da gerade die Plätze im Ausland begrenzt sind, sollte die Bewerbung möglichst früh erfolgen.
Das FSJ beginnt meist Anfang August oder September, das heißt Interessent/innen sollten sich also spätestens im August des Vorjahres bei ihrer Entsendeorganisation bewerben. Der Inhalt der Bewerbung ist von der Entsendeorganisation abhängig. Grundsätzlich sind jedoch der Lebenslauf, ein Motivationsschreiben sowie ein möglicher Nachweis über vorheriges ehrenamtliches Engagement, Auslandsaufenthalte und Sprachkenntnisse erforderlich.
Auf die Bewerbung – falls diese ins Auswahlverfahren aufgenommen wird – folgt die Einteilung für mögliche Einsatzstellen durch die Trägerorganisation. Die Interessent/innen haben also nicht die Möglichkeit, selbst ihre Einsatzstelle zu bestimmen. Die Einsatzstellen entscheiden dann, ob das Profil des oder der Interessent/in ihren Anforderungen entspricht. Ist dies der Fall, kommt es zu einem Bewerbungsgespräch (telefonisch oder per Skype).
Abgrenzung zu anderen geförderten Freiwilligendiensten
Grundsätzlich ist das FSJ den geförderten Freiwilligendiensten ähnlich, weist je nach Programm dennoch grundlegende Unterschiede auf. Wie der Name bereits sagt, konzentriert sich das FSJ auf soziale Projekte, während man beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (auch FÖJ) an verschiedenen Umweltschutzprojekten mitwirkt. Weiterhin ist ein FSJ sowohl bundesweit als auch international möglich – der Internationale Jugendfreiwilligendienst (bspw. Weltwärts) ist ausschließlich in Entwicklungs- oder Schwellenländern möglich.
(Bildquelle: IStock / FangXiaNuo)
Zusammenfassung
18 - 26 Jahre
Auswahlkriterien:Sprachkenntnisse, Ehrenamtliches Engagement, Auslandsaufenthalte
Einsatzdauer:6 - 12 Monate, max. 18 - 24 Monate, 35 - 40 h/Woche, 2 Urlaubstage/Monat
Finanzielle Eigenkosten:Abhängig von Entsendeorganisation, Teilfinanzierung durch privaten Förderkreis
Ende der Bewerbungsfrist:11 - 12 Monate vor Arbeitsantritt
Einsatzbedingungen:Teilnahme an Seminartagen, Erstellen einer Seminararbeit
Deutschland, Europa und weltweit
Finanzielle Förderungen:Taschengeld, Versicherungen, ggf. Kost, Logis, Reise- und Fahrtkosten
Freie Plätze:Stark beschränkt
Bewerbungsaufwand:Hoher Bewerbungsaufwand
Arbeitsbereich:Z.B. Sozial, kulturell, Denkmalpflege



